Die Abende in der Eifel sind derzeit so mild, dass ich viel zu lange draußen sitze, um den Glühwürmchen bei ihrer nächtlichen Blink-Parade zuzusehen. Sieht ein bisschen aus, als würden winzige Feen mit Taschenlampen durch meinen Garten stolpern.
Es ist die perfekte Kulisse, um an meiner neuen Fantasywelt zu basteln, doch dann merke ich, dass ich nicht alleine bin, denn zwei meiner Figuren lassen mich immer noch nicht los:
Will und Letty haben ihre Probleme, ich habe einen Pastis auf Eis, und gemeinsam schauen wir den Glühwürmchen zu. Der einzige Unterschied: Ich darf trinken, die beiden müssen im Nachtreich ohne Alkohol auskommen (da gibt es zwar jede Menge fiese Kreaturen, aber definitiv keinen leckeren Anis-Schnaps).
Weil mich in dieser Atmosphäre die besten Ideen anspringen, bleibe ich natürlich viel zu lange auf. Morgens komme ich dann kaum aus dem Bett. Und nein, nicht, weil ich mir die Flasche Pastis hinter die Binde gekippt habe. Mein Kopf will einfach nicht aufhören zu plotten. Manchmal ruft Will sogar dazwischen und gibt mir Tipps, wie man Wiedergänger bekämpft und Ghulen ausweicht. Riechen kann ich die Biester aktuell eh nicht – seit meiner Erkältung im Mai ist mein Geruchssinn komplett im Streik.
Unangenehm ist auch, dass mich im nächtlichen Garten hungrige Mücken freudig anspringen. Ganz ehrlich: Ich hätte stattdessen lieber einen Hund, der mich freudig anspringt. Aber man kann nicht alles haben.
Und der Countdown läuft unerbittlich: In genau sechs Wochen erscheint endlich Band 2!
ier ist der Abschnitt, in den der Bezug zu Goethes Erlkönig elegant, tiefgründig und passend zum lockeren, aber atmosphärischen Stil eingeflochten ist:
Der Erlkönig und die Sache mit der Kontrolle
Weil wir mitten in der heißen Phase vor dem Release stecken, dachte ich, ich gebe dir heute einen weiteren kleinen, exklusiven Einblick in die Mythologie des Nachtreichs. Da treiben sich nämlich Wesen herum, die mir beim Schreiben selbst ein bisschen Gänsehaut verpasst haben: die Nachtalben.
Sie sind bildschön, fast schon zu perfekt. Sie schleichen sich nachts in dein Zimmer, setzen sich auf deine Brust und stehlen dir all deine glücklichen Gedanken. Am nächsten Morgen wachst du auf, und die Welt fühlt sich plötzlich tonnenschwer an. Als ich angefangen habe, diese Wesen zu entwickeln, wurde mir klar, dass sie keine klassischen Monster mit Reißzähnen sind. Sie sind die personifizierte Angst vor dem Moment, in dem man die absolute Kontrolle verliert.
Erinnerst du dich an Goethes berühmtes Gedicht vom Erlkönig? Eigentlich reiten da nur ein Vater und sein Sohn durch die Nacht. Aber weil der Junge im Nebel etwas wahrnimmt, das ihn in puren Schrecken versetzt, wird der Vater am Ende selbst ganz bang – und verliert die Kontrolle über die Situation. Das Kind stirbt, am Ende geraubt von einem bloßen „Traumgebilde“, gegen das der Vater absolut machtlos ist.
Und genau das ist der Punkt: Es ist diese eine, verdammt winzige Sekunde, in der uns der Boden unter den Füßen weggezogen wird.
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Die Sekunde, in der das Auto ins Schleudern gerät.
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Die Sekunde, in der ein Arzt einen Satz sagt, der das ganze Leben in ein „Davor“ und „Danach“ teilt.
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Die Sekunde, in der man begreift, dass etwas geschieht, das sich nicht mehr aufhalten lässt.
Wir Menschen sind verdammt gut darin, danach irgendwie weiterzumachen und einen Weg zu finden. Aber unser Körper vergisst diese eine Sekunde des Kontrollverlusts nicht. Und genau in dieser Lücke zwischen den Welten sitzt mein Erlkönig und wartet auf uns. Ich verspreche dir: In Band 2 wird es genau deshalb ziemlich düster und emotional für Will und Letty. Ein Nachtalb, der die Kontrolle verliert …
Exklusives Goodie: Verirre dich nicht im Nachtreich!
Damit du dich zwischen all den Schatten, den Nachtalben und dem Château Guillaume nicht völlig verläufst, habe ich ein besonderes Schmankerl für dich vorbereitet. Im Buch selbst (der Klappenbroschur) gibt es ja schon eine wunderschöne Karte, die die talentierte Isabelle Hirtz gezeichnet hat.
Aber für alle, die noch tiefer in die Welt eintauchen wollen, habe ich eine Bonus-Variante des Nachtreichs entworfen – noch ein bisschen ausführlicher und detailreicher.

Druck sie dir aus, leg sie als Wallpaper an oder halte sie in sechs Wochen bereit, wenn du das neue Buch aufschlägst. So weißt du immer ganz genau, wo die Gefahr lauert.
Ein kleines Licht fürs Protokoll
Wenn mir der Kopf von all den düsteren Gedanken, dem Plotten und den Korrekturschleifen qualmt, schaue ich vom Laptop auf. Draußen blinkt wieder ein einsames Glühwürmchen im Gebüsch. Erst an, dann aus.
Vielleicht schreibe ich genau deshalb so gern Fantasy: Weil am Ende selbst in der schwärzesten Nacht irgendwo ein kleines Licht herumirrt. Und manchmal reicht das ja schon völlig aus, um den Monstern zu trotzen.
Oder wie man im Nachtreich so schön (und ein bisschen pathetisch) sagt:
Noctem porto, ut lux tecum maneat. (Ich trage die Nacht, damit das Licht bei euch bleibt.)
Post von echten Menschen
Bevor ich mich wieder an die Tastatur kette, um an dem neuen Roman (KEIN Fantasy!) weiter zu arbeiten: Die Gewinnerin des letzten Newsletters hat sich gemeldet und ihr Päckchen ist auf dem Weg! Ich liebe es einfach, zu sehen, welche echten Menschen hinter den E-Mail-Adressen stecken.
Da der Release immer näher rückt, wird es in den nächsten Newslettern jede Menge exklusive Schnipsel, Teaser und natürlich neue Gewinnchancen geben. Bleib also wachsam – die Nachtalben sind es auch.
Alles Liebe und bis in zwei Wochen,
