Der Welttag des Buches liegt gerade hinter uns, und während überall kurz darüber gesprochen wurde, wie wichtig Lesen ist, habe ich mich dabei ertappt, dass mich ein Gedanke nicht loslässt: Wir behandeln Geschichten oft wie etwas Zusätzliches. Etwas, das man sich gönnt, wenn Zeit übrig ist.
Dabei ist genau das der falsche Blick darauf.
Lesen ist keine Dekoration für den Alltag, sondern eine seiner Grundlagen.
In dem Moment, in dem jemand eine Geschichte laut werden lässt, passiert mehr, als man auf den ersten Blick sieht:
- Sprache wird lebendig,
- Bilder entstehen im Kopf,
- und ganz nebenbei wächst die Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen.
Das ist nichts, was man später „nachholen“ kann. Das fängt in der Kindheit an, wie ein Bambus, der Jahre unter der Erde erst die Wurzeln bildet, die sich dann mit einem Mal so entfalten, dass man ihm beim Wachsen regelrecht zusehen kann. (Bis zu 100cm pro Tag!!!)
Daher noch mal mein Appell an alle Pädagogen, die das hier lesen: Lest vor! Nehmt euch die 15 Minuten am Tag und lest vor. Altersgerecht am besten mit Cliffhanger. Wenn du LehrerIn oder KindergärtnerIn bist, hast du es in der Hand, Kindern eine Freiheit zu zeigen, die kein Bildschirm jemals erschaffen kann.
Aber genug davon. (Auch, wenn ich das immer mal wieder einbringen werde)
Workshop-Angebot:
In den letzten Wochen bin ich gleich zweimal gefragt worden, ob ich den Fantasy Workshop für angehende Autorinnen und Autoren wieder anbiete. Das mache ich sehr gern. Hier sind die Informationen dazu: https://sandra-regnier.com/fantasy-workshop-eifel/
Schreib mir gern, wenn du noch Fragen hast. Mir ist bewusst, dass es eine Investition ist, aber sie zahlt sich aus: Du bekommst Klarheit, Struktur und Werkzeuge, die dir die Arbeit spürbar erleichtern. Ob du dir die Zeit nimmst, deine Geschichte wirklich zu schreiben, liegt am Ende ganz bei dir – die Struktur dafür hast du dann.
Die Belohnung ist nachher unglaublich: Du hast dein eigenes Buch, deine Geschichte geschrieben. Genau die Geschichte, die du immer selbst gern gelesen hättest.
Wie viel das bedeuten kann, merke ich gerade wieder durch die Nachrichten, die mich zum Nachtreich erreichen.
Es sind oft lange, persönliche Mails, in denen Leserinnen und Leser mir schreiben, wie sehr sie Letty und Will begleiten und wie nah ihnen diese Welt gekommen ist. Dass es ihnen schwerfällt, sie wieder loszulassen (und sie mich am liebsten umbringen oder meinen PC hacken, um endlich Teil 2 zu lesen).
Solche Rückmeldungen sind für mich mehr als nur Feedback. Sie zeigen mir, dass die Geschichte genau dort angekommen ist, wo sie sollte.
PAN
Währenddessen wächst im Hintergrund etwas, das viele von euch sich schon lange wünschen: Pan 4 ist in Vorbereitung. Ich darf noch nicht mehr verraten, nur so viel: Es wird noch bis 2028 dauern.
Denn vorher erscheinen noch drei andere Romane von mir! Ich bin so glücklich! Es ist kein Fantasy, es ist kein Eifel-Krimi, es ist eine Liebesgeschichte. Und sie spielt in London und ich habe die erste Rückmeldung von Verlag und Lektorat und alle freuen sich genauso Bolle wie ich. Hach, das ist tatsächlich ein großes Glücksgefühl. (Ich hab ja keinen Hund, aber ich weiß, wie es war, kleine Kinder zu haben. Genauso ist es. Verstehst du das ein bisschen? Deshalb ist man auch dafür bereit, schon mal die ein oder andere Nacht durch zu schreiben.)
Parallel zu diesen Glücksgefühlen zeigt sich der Frühling gerade von seiner besten Seite, und die Eifel wirkt, als hätte jemand einmal gründlich durchgelüftet. Das Licht ist ein anderes (verdammt grell, ehrlich gesagt), die Luft fühlt sich leichter an (und ist leider voller Pollen, was mich heulen und niesen lässt), und trotzdem treibt es mich ständig raus. Entweder auf Felicity (meinem eBike) oder zu Fuß.
Unsere Feriengäste sind auch begeistert. Besonders in der Ritterstube merke ich das immer wieder. Die Himmelbetten, die Ruhe, dieses leichte Herausfallen aus dem Alltag – viele kommen für ein paar Tage und gehen mit dem Gefühl, wirklich abgeschaltet zu haben.
Vielleicht liegt genau darin die Verbindung zwischen all dem:
Geschichten, Orte, Momente – sie geben uns die Möglichkeit, kurz aus dem eigenen Alltag herauszutreten und mit einem klareren Blick zurückzukehren.
Und manchmal beginnt das mit etwas so Einfachem wie einer Stimme, die eine Geschichte vorliest.
Ich wünsche dir eine sonnige Woche mit vielen wundersamen Geschichten und Begegnungen.
Deine Sandra


