Autorin oder Marketingchefin? Was heute alles zum Bücherschreiben gehört

Als ich angefangen habe, Vollzeit als Autorin zu arbeiten, hatte ich ein ziemlich klares Bild von diesem Beruf: Ich wollte Geschichten schreiben, Figuren zum Leben erwecken und meine Leser in andere Welten entführen. Ich sah mich am Schreibtisch sitzen und all das im PC Bücher von Sandra Regnier bei der Vorbereitung des Autorenmarketings

Zum Schreiben gehört heute längst auch das Marketing für die eigenen Bücher.

eintippen, was ich mir tagsüber beim Fahrradfahren, Spazierengehen oder Wandern ausgedacht hatte.

Von Kameraführung, Videoschnitt, Werbetexten, Reichweitenanalyse und täglicher Social-Media-Präsenz war in diesem Traum erstaunlich wenig die Rede.

Heute sieht der Autorenalltag allerdings anders aus. Schreiben ist noch immer der wichtigste und schönste Teil meiner Arbeit. Rund um eine Veröffentlichung bin ich inzwischen jedoch oft mehr Marketingchefin als Autorin.

Warum Band 2 weniger Aufmerksamkeit bekommt

Vielleicht ist dir schon einmal aufgefallen, dass der zweite Band einer Reihe meist weniger stark beworben wird als der erste. Das hat einen einfachen Grund: Mit einem Reihenauftakt sollen möglichst viele neue Leser auf eine Geschichte aufmerksam werden. Dafür gibt es Anzeigen, Aktionen, Beiträge und manchmal eine größere Kampagne.

Ein zweiter Band richtet sich dagegen vor allem an diejenigen, die Band 1 bereits gelesen haben. Wer Letty und Will noch nicht kennt, wird schließlich kaum mit dem Finale beginnen. Deshalb konzentriert sich die große Werbung häufig auf den Auftakt, während die Fortsetzung deutlich leiser in den Buchhandel einzieht.

Für uns Autoren ist sie dadurch aber nicht weniger wichtig – im Gegenteil. Im zweiten Band muss sich erfüllen, was der erste versprochen hat. Fragen wollen beantwortet, Konflikte gelöst und Erwartungen erfüllt werden. Und wenn es sich wie bei Der Prinz des Nachtreichs um einen Zweiteiler handelt, bedeutet die Veröffentlichung zugleich Abschied.

Mit Moonlight Heir endet Lettys und Wills Geschichte. Ich verlasse mit ihnen eine Welt, die mich lange begleitet hat. Natürlich wünsche ich mir, dass möglichst viele Leser erfahren, dass das Finale erschienen ist.

Ein Buch veröffentlicht sich nicht von allein

Genau an diesem Punkt beginnt der zweite Teil meiner Arbeit. Ich drehe Videos und Reels, suche passende Szenen und Musik aus, schneide das Material, fotografiere Bücher, schreibe Beiträge, beantworte Kommentare und Nachrichten, plane Gewinnspiele und verfasse Newsletter. Dazu kommen Signierstunden, Lesungen und signierte Bestellungen.

All diese Aufgaben sind einzeln betrachtet durchaus schön. Ich freue mich über den direkten Kontakt zu meinen Lesern, über Fotos, Rezensionen und Nachrichten. Problematisch wird es erst durch die Menge – und durch den ständigen Wechsel zwischen vollkommen unterschiedlichen Tätigkeiten.

Am Vormittag soll ich mich in eine Romanfigur hineinversetzen und eine emotionale Szene schreiben. Kurz danach brauche ich einen griffigen Text für ein Reel. Dann muss ein Foto gemacht, ein Video geschnitten oder ein Beitrag geplant werden. Währenddessen verändern Plattformen ihre Regeln, Reichweiten schwanken, und was gestern funktioniert hat, kann heute schon wieder unsichtbar bleiben.

Die sozialen Medien belohnen Regelmäßigkeit. Ein Roman verlangt dagegen Ruhe, Konzentration und längere Zeit am Stück. Beides miteinander zu vereinbaren, ist vermutlich eine der größten Herausforderungen im heutigen Autorenberuf.

Eigentlich wollte ich doch nur schreiben

Manchmal wünsche ich mir deshalb die Berufsbeschreibung zurück, die ich früher im Kopf hatte: hinsetzen, die Tür schließen und den ganzen Tag Geschichten erfinden.

Ganz so romantisch war das Autorenleben vermutlich nie. Doch inzwischen gehört es selbstverständlich dazu, nicht nur ein Buch zu schreiben, sondern auch dafür zu sorgen, dass es überhaupt wahrgenommen wird. Ein Verlag bringt das Buch in den Handel und übernimmt viele wichtige Aufgaben. Trotzdem wird von Autoren erwartet, dass sie sichtbar sind, ihre Leser erreichen und ihre Veröffentlichungen selbst begleiten.

Aus der Autorin wird damit zeitweise eine Kamerafrau, Cutterin, Fotografin, Werbetexterin und Social-Media-Managerin. Und irgendwo zwischen all diesen Rollen soll natürlich bereits das nächste Buch entstehen.

Die nächsten Geschichten warten schon

Zum Glück ist die Freude am Geschichtenerfinden stärker als jede To-do-Liste. Während Moonlight Heir nun seinen Weg zu den Lesern findet, sind die nächsten vier Geschichten bereits im Entstehen. Eine davon wird sogar noch in diesem Jahr erscheinen.

Mehr verrate ich bald.

Bis dahin freue ich mich über jede Nachricht, jede Empfehlung und jede ehrliche Rezension zu Moonlight Heir. Denn Sichtbarkeit entsteht heute nicht allein durch große Werbekampagnen. Oft beginnt sie damit, dass ein Leser einem anderen von einem Buch erzählt.

Und genau das ist am Ende noch immer die schönste Form von Werbung.

 

Hier kann man das Buch signiert bestellen: Buchhandlung Lese-Ecke

Oder natürlich auch auf Amazon, Thalia, Hugendubel oder der Buchhandlung in deiner Stadt